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Wasserzeichen

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Nachhaltiger Umgang mit Regenwasser wird von der Emschergenossenschaft ausgezeichnet

Mit gutem Beispiel geht das STADION ESSEN voran: Anstatt Regenwasser in die Kanalisation zu leiten, wird das vom Himmel fallende Nass gleich vor Ort in die Berne geleitet. Dieses Engagement wird belohnt: Die Maßnahme „Neubau Stadion Essen“ wurde im September 2017 von der Emschergenossenschaft mit dem „Wasserzeichen“ ausgezeichnet. Es steht als Symbol für einen intakten Wasserkreislauf und wird für Projekte vergeben, die sich den nachhaltigen Umgang mit Regenwasser zum Ziel gesetzt haben.

Im Zuge der Neubebauung der Flächen an der Hafenstraße wurde eine vollständige Trennung der Schmutz- und Regenwasserentwässerung durchgeführt.

 Mit Ausnahme der Erschließungsstraße und der Parkplatzflächen sowie der Sonderaufstellfläche für Einsatzfahrzeuge sind sämtliche Flächen der Stadionumfahrung, die Dachflächen der Tribünen und des Warmgebäudes sowie das Spielfeld (in Summe rund 65.500 m²) abgekoppelt worden. Die darauf anfallenden sauberen Niederschläge laufen über vom Schmutzwasser getrennte Entwässerungseinrichtungen und unterirdische Rohrleitungen insgesamt drei Drosselbauwerken zu, über die die maximal in die Berne einzuleitende Menge (rd. 200 l/sek.) reguliert wird.

Sollten während Starkregenereignissen größere Abflussspenden auftreten als die, die in die Berne abgeleitet werden dürfen, befinden sich am Rand des Inneren Stadionrings sowie unterhalb der Mulden-Rigolen unterirdische Retentionsräume, die mit Ihrer Länge von insgesamt rund 425 Meternn am inneren Stadionring und rund 1.800 Meter unterhalb von Mulden-Rigolen ein Speichervolumen von weiteren rund 800 m³ aufweisen.

Hintergrund

Der Umgang mit Regenwasser ist in den letzten Jahren immer mehr zu einem Thema in der Siedlungswasserwirtschaft geworden. Nicht nur für Städte und Planer, auch für jeden einzelnen Grundstückseigentümer gewinnt dieses Thema an Interesse, da die Entwässerungsgebühren für sauberes Regenwasser, das über die Kanalisation abgeleitet wird, oft beträchtliche Summen ausmachen. Mit der zunehmenden Versiegelung von Flächen in unseren Städten werden nämlich immer mehr Niederschläge über die Kanalisation abgeleitet. Um die immensen zusätzlichen Wassermengen bei Regenfällen abführen zu können, müssen das Kanalnetz und die Speicherbauwerke entsprechend ausgebaut werden – ein nicht unerheblicher Kostenfaktor. Beim Umbau des Emschersystems ist diese Form der Regenwasserableitung zudem schlecht für die Gewässer, denn ihnen geht ohne Regenwasser buchstäblich das Wasser aus. Gründe genug, die Ableitung des Regenwassers über die Kanalisation neu zu überdenken. Emschergenossenschaft und Kommunen der Region sind sich einig: in den nächsten 15 Jahren sollen die Abflüsse in der Kanalisation um 15 % sinken – indem das Regenwasser einen anderen Weg geht. Sie versprechen sich davon Kosteneinsparungen beim Bau der neuen Kanäle und einen Gewinn für die Umwelt. Und für alle Grundbesitzer mit großen Dach- und Hofflächen kann der andere Umgang mit Regenwasser ein Weg sein, mit praktiziertem Umweltschutz Geld zu sparen.

 

Zahlreiche namhafte Unternehmen aus der Region haben das wirtschaftliche Potential einer geänderten Regenwasserbewirtschaftung bereits erkannt und entsprechende Maßnahmen umgesetzt, die hier Jahr für Jahr beachtliche Einsparungen bei den Abwassergebühren bewirken. Jeder Schauer wird so zu einem „warmen Regen“ für die Firmenkasse.